Die Vorhalle im Südseitenschiff

Ein jüdischer Grabstein mit einer hebräischen Inschrift aus dem 14. Jh. steht in der Mitte der Vorhalle. 1377 wurde der Stein jedoch dem Gedenken für den ersten Münsterpfleger umgewidmet, wie eine zweite, deutsche Inschrift besagt.

Selbst für den Grundstein des Münsters wählte man einst einen jüdischen Grabstein. Für Menschen jüdischen Glaubens bedeutete das eine Schändung der Totenruhe ihrer Verstorbenen. Die Kirche des Mittelalters wollte mit derartigen Zeichen kundtun, welche Religion ihrer Meinung nach die richtige sei. Heute dient der Grabstein als Mahnmal für Toleranz und gegenseitigen Respekt.

An der Wand sind Reste eines Freskos erhalten, das in sechs Feldern die Legende der Heiligen Katharina erzählt. Sie sollte an einem Rad - hier mit einem Kranz von Messerzacken versehen - zu Tode kommen. Aber das Rad zerbrach durch ihr Gebet. Schließlich wurde sie enthauptet und auf dem Berg Sinai begraben.