Die Chorfenster

Sechs der insgesamt neun Chorfenster sind aus dem Mittelalter erhalten. Das Älteste ist das Annen-Marien-Fenster. Tausende farbige Glasstücke fügen sich zu einem Bild über das Leben Marias, die Geburt und Kindheit Jesu zusammen. Die Weberzunft hat es 1390 gestiftet.

Das Fenster ist, wie auch die beiden zu seiner Rechten, noch dem sogenannten „weichen Stil“ verpflichtet. Gefällig und edel will es wirken, dem höfischen Ideal entsprechen. Dagegen sind das Ratsfenster in der Mittelachse des Chors und das Kramerfenster links daneben bereits im neuen Stil des spätgotischen Realismus gearbeitet. Beide stammen aus der Werkstatt des Straßburgers Peter Hemmel. Für das von der Kramerzunft im Jahr 1480 gestiftete Weihnachtsfenster konnte er auf das Motiv der Wurzel Jesse zurückgreifen, das er andernorts schon verwendet hatte. Das Fenster, das der Rat der Stadt im selben Jahr in Auftrag gegeben und auch bezahlt hat, hat er ganz neu entworfen. Es ist ein Osterfenster. Schon von weitem tritt der Auferstandene im roten Königsmantel dem Betrachter segnend entgegen.