Das Chorgestühl

Das Gestühl aus dunklem Eichenholz wurde von dem Söflinger Kunstschreiner Jörg Syrlin in den Jahren 1469 bis 1474 gefertigt. Die über 60 Priester des Münsters fanden sich hier zu den täglichen Gebetszeiten ein. Die Zahl der Sitze, 89 insgesamt, lässt vermuten, dass hier zu besonderen Anlässen auch der Rat der Stadt tagte, zum Beispiel, wenn er über Leben und Tod Gericht zu halten hatte. Eine Frauen- und eine Männerseite sind einander gleichberechtigt gegenübergestellt. Die lebensgroßen Büsten, die der begnadete Bildschnitzer Michel Erhart geschaffen hat, stellen auf der Frauenseite Seherinnen (sog. „Sibyllen“) dar, die an verschiedenen Orakelstätten der Antike geweissagt haben. Zur Linken begegnen Forscher, Philosophen und Schriftsteller ebenfalls aus vorchristlicher Zeit auf Augenhöhe. Über den Büsten finden sich in der Rückwand Gestalten des Alten Testaments, darüber in den Spitzgiebeln Frauen und Männer des Neuen Testaments und der frühen Kirche.
 

 

360° Ansicht des Chorgestühl / Chorfenster